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Ratenkredit

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1. Was ist ein Ratenkredit und wie funktioniert er?

Ein Ratenkredit ist ein Darlehen, bei dem du dir Geld von einer Bank oder einem Kreditinstitut leihst. Du vereinbarst mit der Bank, wie viel Geld du benötigst und über welchen Zeitraum du es zurückzahlen möchtest. Die geliehene Summe zahlst du dann in gleichmäßigen monatlichen Beträgen, den sogenannten Raten, zurück. In diesen Raten sind sowohl ein Teil des geliehenen Geldes als auch die Zinsen enthalten. Die Zinsen sind die Kosten, die du der Bank dafür zahlst, dass sie dir das Geld zur Verfügung gestellt hat.

Beispiel: Stell dir vor, du möchtest dir ein neues Auto kaufen und benötigst dafür 10.000 Euro. Du beantragst einen Ratenkredit bei deiner Bank. Die Bank prüft deine finanziellen Verhältnisse und wenn alles in Ordnung ist, erhältst du die 10.000 Euro. Ab dem nächsten Monat beginnst du dann, diesen Betrag in festen Raten zurückzuzahlen, zum Beispiel 200 Euro pro Monat. Diese 200 Euro enthalten sowohl einen Teil der 10.000 Euro als auch die Zinsen, die die Bank für das Darlehen verlangt.

2. Was sind Zinsen und wie wird die monatliche Rate berechnet?

Zinsen sind die Kosten, die du der Bank für das Leihen des Geldes zahlst. Der Zinssatz wird in Prozent angegeben und richtet sich nach dem Betrag, den du geliehen hast. Je höher der Zinssatz ist, desto mehr musst du insgesamt zurückzahlen. Der Zinssatz hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. deiner Kreditwürdigkeit und der Laufzeit des Kredits.

Beispiel: Du hast einen Kredit über 10.000 Euro aufgenommen und der Zinssatz beträgt 5 % pro Jahr mit einer Laufzeit von 5 Jahren.

  • Zinsen pro Jahr: 5 % von 10.000 Euro = 500 Euro pro Jahr.

  • Gesamtzinsen über 5 Jahre: 500 Euro x 5 Jahre = 2.500 Euro.

  • Gesamtbetrag (Kredit + Zinsen): 10.000 Euro + 2.500 Euro = 12.500 Euro.

Monatliche Rate: 12.500 Euro / 60 Monate = etwa 208 Euro pro Monat.

Das bedeutet, du zahlst jeden Monat 208 Euro zurück. Am Ende der 5 Jahre hast du insgesamt 12.500 Euro zurückgezahlt, wobei 2.500 Euro davon die Zinsen sind. Bitte beachte, dass viele Banken auch noch andere Spesen wie zum Beispiel quartalsmäßige Servicegebühren verlangen.

3. Kann ich meinen Kredit vorzeitig zurückzahlen?

Die Laufzeit eines Ratenkredits ist der Zeitraum, über den du das geliehene Geld in monatlichen Raten zurückzahlst. Typische Laufzeiten für Ratenkredite liegen zwischen 12 Monaten (1 Jahr) und 84 Monaten (7 Jahre), aber es gibt auch kürzere oder längere Laufzeiten, je nach Kreditinstitut und Kreditbetrag.

Je länger die Laufzeit ist, desto niedriger sind die monatlichen Raten. Allerdings zahlst du über die gesamte Laufzeit dadurch auch mehr Zinsen, weil du das Geld länger geliehen hast.

Bei einer kurzen Laufzeit über 12 Monate sind die monatlichen Raten zwar höher, aber du bist schneller schuldenfrei. Bei einer längeren Laufzeit von 84 Monaten sind die Raten niedriger, aber du zahlst insgesamt mehr Zinsen.

Es ist in der Regel möglich, einen Ratenkredit vorzeitig zurückzuzahlen. Viele Banken verlangen aber dafür eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung, wenn du den Kredit vorzeitig ablöst. Diese Gebühr soll die Bank für die Zinsen entschädigen, die ihr durch die vorzeitige Rückzahlung entgehen. Erkundige dich schon vorher, ob du Gebühren zahlen musst, wenn du mehr zurückzahlst als nötig.

4. Was passiert, wenn ich eine Rate nicht zahlen kann und was ist der KSV?

Wenn du eine Rate nicht zahlen kannst, solltest du sofort deine Bank kontaktieren. Banken sind oft bereit, eine Lösung zu finden, zum Beispiel durch eine Ratenpause oder eine Anpassung der monatlichen Raten. Wenn du einfach nicht zahlst, ohne die Bank zu informieren, kann das ernste Folgen haben.

Zuerst wird die Bank dich mahnen und möglicherweise Mahngebühren erheben. Wenn du weiterhin nicht zahlst, kann die Bank den Kreditvertrag kündigen und den gesamten noch offenen Betrag sofort von dir verlangen. Zusätzlich kann ein negativer Eintrag in deiner Kreditauskunft beim KSV erfolgen, was deine Kreditwürdigkeit erheblich beeinträchtigen kann.

Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) ist die österreichische Organisation, die Informationen über die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen sammelt. Wenn du einen Kredit beantragst, prüft die Bank deine KSV-Auskunft, um zu sehen, wie zuverlässig du in der Vergangenheit deine Schulden zurückgezahlt hast. Ein negativer KSV-Eintrag kann es sehr schwierig machen, in Zukunft Kredite oder andere Finanzierungen zu bekommen.

5. Welche Unterlagen brauche? Kann ich einen Kredit trotz schlechter KSV-Bonität bekommen?

Für die Beantragung eines Ratenkredits benötigst du in der Regel folgende Unterlagen:

  • Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, um deine Identität nachzuweisen.

  • Nachweise über dein Einkommen, wie Gehaltsabrechnungen der letzten Monate. Diese Dokumente zeigen der Bank, dass du in der Lage bist, die monatlichen Raten zu zahlen.

  • Kontoauszüge der letzten Monate, um deine finanzielle Situation besser einschätzen zu können.

Auch wenn du eine schlechte Bonität beim KSV hast, ist es manchmal möglich, einen Kredit zu bekommen. In solchen Fällen bieten einige Banken in Österreich oder spezialisierte Kreditinstitute Kredite an, allerdings zu höheren Zinssätzen und strengeren Bedingungen. Das liegt daran, dass das Risiko für die Bank größer ist, wenn sie einem Kunden mit schlechter Bonität einen Kredit gewährt.

6. Wofür kann ich einen Ratenkredit verwenden und gibt es zusätzliche Kosten?

Ein Ratenkredit kann für viele verschiedene Zwecke verwendet werden. Die häufigsten Gründe für einen Ratenkredit sind:

  • Autokauf: Viele Menschen nutzen Ratenkredite, um ein neues oder gebrauchtes Auto zu kaufen.

  • Renovierungen: Du kannst das Geld verwenden, um dein Haus oder deine Wohnung zu renovieren.

  • Möbel oder Elektronik: Einige Menschen finanzieren größere Anschaffungen wie Möbel oder Elektronikgeräte über einen Ratenkredit.

  • Umschuldung: Wenn du mehrere teure Kredite hast, kannst du diese durch einen günstigeren Ratenkredit ablösen.

Ein großer Vorteil eines Ratenkredits ist, dass er oft nicht zweckgebunden ist. Das bedeutet, du kannst das Geld für fast alles verwenden, was du möchtest.

Neben den Zinsen können bei einem Ratenkredit jedoch auch andere Kosten anfallen, wie Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren oder Kosten für eine Restschuldversicherung. Es ist wichtig, dass du alle Kosten im Kreditvertrag genau überprüfst, bevor du den Vertrag unterschreibst.

7. Was ist eine Restschuldversicherung? Wie vergleiche ich Kredite?

Eine Restschuldversicherung ist eine Versicherung, die deine Kreditraten übernimmt, falls du durch Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit nicht mehr in der Lage bist, sie zu zahlen. Diese Versicherung kann dir und deiner Familie finanzielle Sicherheit geben, aber sie erhöht auch die Gesamtkosten des Kredits.

Wenn du Kredite vergleichst, ist es wichtig, nicht nur auf den Zinssatz zu schauen. Der effektive Jahreszins ist die Kennzahl, die du verwenden solltest. Er zeigt dir, wie teuer dein Kredit tatsächlich ist.

Auch die monatliche Rate und die Gesamtkosten des Kredits sind wichtige Vergleichsgrößen. Ein niedriger Zinssatz ist zwar gut, aber du solltest auch sicherstellen, dass du dir die monatlichen Raten leisten kannst.

8. Was ist der effektive Jahreszins? Wie beeinflusst mein Einkommen den Kredit?

Der effektive Jahreszins gibt an, wie viel dich der Kredit tatsächlich pro Jahr kostet, inklusive aller Gebühren. Er ist der beste Maßstab, um verschiedene Kreditangebote zu vergleichen, weil er die Gesamtkosten des Kredits widerspiegelt.

Beispiel: Wenn du zwei Kredite vergleichst – einer hat einen Nominalzins von 3 % und der andere einen Nominalzins von 4 % – könnte der Kredit mit dem höheren Zinssatz insgesamt dennoch günstiger sein, wenn er keine oder nur geringe zusätzliche Gebühren hat. Der effektive Jahreszins berücksichtigt all diese Faktoren und zeigt dir, welcher Kredit insgesamt günstiger ist.

Dein Einkommen spielt eine wichtige Rolle bei der Kreditvergabe. Die Bank möchte sicherstellen, dass du in der Lage bist, die monatlichen Raten zu zahlen. Ein höheres Einkommen kann dir helfen, einen Kredit zu günstigeren Konditionen zu erhalten, weil es das Risiko für die Bank verringert. Ein niedrigeres Einkommen kann hingegen dazu führen, dass du höhere Zinsen zahlen musst oder der Kredit abgelehnt wird.

9. Was passiert, wenn ich den Kredit nicht zurückzahlen kann?

Wenn du den Kredit nicht zurückzahlen kannst, wird die Bank zunächst Mahnungen schicken und möglicherweise Mahngebühren verlangen. Wenn du weiterhin nicht zahlst, kann die Bank den Kredit kündigen und den gesamten noch offenen Betrag sofort von dir verlangen. Dies kann auch zu einem negativen KSV-Eintrag führen, was deine Kreditwürdigkeit für die Zukunft beeinträchtigt.

Durch eine Umschuldung kannst du einen bestehenden Kredit durch einen neuen, oft günstigeren Kredit ablösen. Dies kann sinnvoll sein, um die Zinslast zu senken oder die monatliche Rate zu verringern. Bei einer Umschuldung werden die verbleibenden Schulden des alten Kredits durch den neuen Kredit übernommen, sodass du nur noch eine monatliche Rate zahlst, meist zu besseren Konditionen.

10. Welche Risiken gibt es bei einem Ratenkredit?

Die größten Risiken bei einem Ratenkredit sind, dass du dich finanziell übernimmst und die Raten nicht mehr zahlen kannst. Wenn du mehr Geld leihst, als du dir leisten kannst, können die monatlichen Raten zu einer Belastung werden, besonders wenn unvorhergesehene Ausgaben oder Einkommensverluste auftreten.

Weitere Risiken bestehen in versteckten Kosten, die den Kredit teurer machen können, oder in unvorhergesehenen Ereignissen wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit, die deine Zahlungsfähigkeit beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, den Kredit sorgfältig zu planen und sicherzustellen, dass du dir die Raten über die gesamte Laufzeit leisten kannst.

Pfandkredit als Alternative

Ein Pfandkredit bei CASHY ist eine Alternative zum Ratenkredit, insbesondere wenn du schnell und ohne Bonitätsprüfung Geld benötigst. Hierbei hinterlegst du einen Wertgegenstand wie Schmuck, Elektronik oder ein Auto als Sicherheit bei CASHY. Du erhältst sofort einen Kredit, dessen Höhe vom Wert deines Gegenstands abhängt.

Es gibt keine monatlichen Raten; stattdessen musst du den Kredit innerhalb einer festgelegten Frist zurückzahlen, um den Gegenstand auszulösen. Der Vorteil ist die schnelle und unkomplizierte Abwicklung. Zudem kannst du deinen Pfandkredit online in deinem Kontobereich jederzeit reduzieren oder verlängern.

Ein Pfandkredit eignet sich allerdings eher für kurzfristige Überbrückungen, das die Zinsen und Gebühren vor allem bei mehrmaliger Verlängerung die Zinsen und Gebühren eines Ratenkredits übersteigen. Wenn du den Kredit nicht zurückzahlst, wird der Pfandgegenstand versteigert und du kannst das Geld behalten. Du bleibst also in jedem Fall schuldenfrei.

Quellen: Durchblicker, ING-DiBa, KSV1870-Website, Finanztip, Finanz.at, Sparkasse